Können Sie diese Stadt erraten ? Noch ein Tipp: Sie liegt an einem sehr großen Fluss:
Wie man an meinen vielen Gemälden sehen kann, war früher meine Lieblingsstadt Venedig. Obwohl diese Stadt in der sog. Neuen Welt liegt, erinnert sie doch ein wenig an Venedig. Aber sie hat einen sehr modernen Teil mit vielen schicken Hochhäusern:
Obwohl ich in einer kleinen Stadt geboren bin (Bamberg), habe ich immer die großen Städte bewundert und von jung auf besucht. Zuerst die italienischen Städte (Florenz, Venedig, Rom, Naepel ...), dann auch London und später vor allem New York haben mich immer fasziniert. Nun, haben Sie diese, meine Lieblingsstadt, erkannt ?
Sie liegt an der Mündung des Amazonas in den Atlantik. Dort ist mit der größten Flussinsel der Welt (Marajó) eine Art Delta. Sie ist eine Millionenstadt im Norden Brasiliens mit 1,5 Millionen Einwohnern, die sich übergangslos an die Nachbarstädte mit insgesamt etwa 2,5 Mio. Einwohnern anschließt. Deshalb nenne ich die Stadt auch mein "New York am Amazonas". Um Sie nicht zu lange auf die Folter zu spannen: Es ist Belém. Aber nicht der Stadtteil von Lissabon in Portugal, sondern die Hauptstadt des Bundesstaates Pará in Nordbrasilien, dort wo dann auch landeinwärts der Amazonasregenwald ist. Als wirtschaftliches und kulturelles Tor zum Amazonas-Regenwald ver-bindet die Hauptstadt des Bundesstaates Pará eine markante Skyline aus Wolkenkratzern mit der wilden, ungezähmten Natur des größten Fluss-systems der Welt. Die Stadt blickt auf eine goldene Ära des Kautschuk-booms zurück und vereint heute moderne urbane Dynamik mit tief verwurzelten indigenen und kolonialen Traditionen. Ähnlich wie New York zieht Belém Menschen verschiedenster Kulturen an. Hier vermischen sich europäische Kolonialarchitektur (Portugal), indigene Traditionen und afrobrasilianische Einflüsse mit moderner nordamerikanischer Hochhauskultur. Trotz der urbanen Dichte ist die Stadt von jahrhundertealten Mangobäumen gesäumt, die den Straßen natürlichen Schatten spenden. Diejenigen, die jetzt denken, dass Manaus, die bekanntere Stadt mitten im Amazonasgebiet (mit 1,8 Mio Einwohnern), in der Nähe von Belém wäre, muss ich leider enttäuschen: Belém ist Luftlinie ca. 1.300 km entfernt, mit dem Auto ca. 3.000 km mit einer Fahrzeit von mindestens 60 Stunden (!) auf der Transamazônica/BR230. Woran liegt die Unterschätzung von Belém ? Das ist schwer zu erklären, wo doch Belém die wesentlich schönere und vielfältigere Stadt ist. Manaus wird eben als Tor zu den Dschungel-abenteuern gesehen, weil es mitten im Regenwald liegt, während Belém am Rand.
Wenn ich in Deutschland von Belém spreche, dann verstehen die meisten nicht, um welche Stadt es sich handelt. Sie verstehen im ersten Moment sehr oft Berlin (!), weil sich die Aussprache - oberflächlich betrachtet - so ähnlich anhört. Unglaublich, aber das passiert ständig. So unbekannt ist diese Stadt. Sowohl innerhalb Brasiliens, als auch außerhalb. Viele hier in Deutschland wissen auch gar nicht, dass es komplexe Millionenstädte im Amazonasgebiet gibt. Sie glauben, dass da nur kleine Indianersiedlungen mitten im Regenwald sind weit ab von jeglicher westlicher Zivilisation. Was für ein Irrtum! Wenn man von Brasilien spricht, denken die meisten sowieso nur an Rio de Janeiro mit seinen weit verbreiteten Klischees. Sollen die Touristen doch dorthin gehen und meine Stadt in Ruhe lassen. Selbst São Paulo, die größte Stadt Brasiliens mit 15 Mio Einwohnern, eine der bevölkerungs-reichsten Städte der Welt (!), ist relativ unbekannt in Deutschland. Übrigens: Es gibt keine Stadt der Welt, die mehr deutsche Industrieunternehmen hat, als São Paulo. Auch nicht in Deutschland selbst! Unglaublich, aber wahr. Mir ist klar, dass ich mit meinen Bildern und meinem Text quasi Werbung mache für Belém. Das ist aber nicht beabsichtigt von mir. Belém soll so bleiben bzw. soll sich so weiter entwickeln wie bisher. Sie soll ein Geheimtipp bleiben. Ich möchte keine Touristenmassen nach Belém führen (wie in Venedig).
Forte do Castelo erbaut 1616, um die Einfahrt zum östlichen Amazonasgebiet vor europäischen Eindringlingen zu schützen. An genau dieser Stelle nahm auch die Gründung der Stadt Belém ihren Anfang.
Erst kürzlich (November 2025) stand die Metropole als Gastgeber der Weltklimakonferenz (COP30) im weltweiten Rampenlicht. Das war nicht einfach, Belém als Sitz dieser Zusammenkunft von bedeutenden Politikern, Persönlichkeiten und Wissenschaftlern aus der ganzen Welt auszuwählen, denn wenn etwas Internationales in Brasilien stattfindet, dann zieht Rio de Janeiro normalerweise alle diese Events an sich, als wenn es eine Selbstverständlichkeit wäre. Nur durch harten Kampf blieb es bei Belém. Und dann auch noch das: Der deutsche Bundeskanzler Friedrich Merz konnte sich mal wieder nicht zurückhalten und sorgte im November 2025 mit abwertenden Bemerkungen über die brasilianische Stadt Belém für erhebliche diplomatische Irritationen und Kritik. Nach seiner Rückkehr von der Klimakonferenz berichtete Merz auf einem Handelskongress in Berlin von seinen Eindrücken aus der angeblich nur von Armut geprägten Millionenstadt am Amazonas. Er erzählte öffentlich, er habe mitgereiste Journalisten gefragt, wer von ihnen gerne in diesem "Ort" (Belém) bleiben wolle. Da niemand die Hand hob, fügte er hinzu, dass alle froh gewesen seien, nachts wieder nach Deutschland zurückzukehren. Zum Abschluss betonte er, man lebe in Deutschland „in einem der schönsten Länder der Welt“. Was für ein unnötiges, unsinniges und absurdes Gerede! Der brasilianische Präsident Lula da Silva reagierte mit Humor und Spott. Er entgegnete, Merz hätte lieber eine lokale Bar im Bundesstaat Pará besuchen, tanzen und das Essen probieren sollen. Dann hätte er gemerkt, dass Berlin nicht einmal 10 Prozent der dortigen Lebensqualität biete. Dem kann ich nur zustimmen! Wahrscheinlich hatten die Brasilianer dem deutschen Bundeskanzler einen deutschstämmigen Dolmetscher aus Südbrasilien (Paraná oder Santa Catarina) für seinen eintägigen Kurzzeitaufenthalt zur Seite gestellt, weil er angeblich besser Deutsch sprechen und verstehen könnte, der ihm gegenüber seine vorurteilsgeladenen dikriminierenden Einstellungen über den brasilianischen Norden und Nordosten zum Ausdruck brachte, als wenn es da nur Armut und Unterentwicklung gäbe. Und Friedrich Merz glaubte das auch alles völlig unreflektiert! Leider sind die sog. deutschstämmigen Brasilianer aus dem Süden Brasiliens zum großen Teil sehr rassistisch und arrogant eingestellt, ja sogar mit faschistoiden Überzeugungen versehen. Viele von ihnen haben Verwandte, die nach dem Zweiten Weltkrieg nach Argentinien (Buenos Aires) und Brasilien flohen, weil sie wegen ihrer Nazivergangenheit nicht in Deutschland bleiben konnten (z.B. Adolf Eichmann, um nur den Bekanntesten zu nennen). Die haben ihr Gedankengut fleißig weiterverbreitet mit Auswirkungen bis heute. Der Süden (Bundesstaaten wie Rio Grande do Sul, Santa Catarina und Paraná) sowie der Südosten (São Paulo, Rio de Janeiro) sind historisch stärker industrialisiert und wohlhabender. Viele Einwohner dieser Regionen betrachten den Süden fälschlicherweise als "Motor des Landes" und stempeln den Norden und Nordosten als wirtschaftliche Last oder "rückständig" ab. Der Süden Brasiliens erlebte im 19. und 20. Jahrhundert starke Einwanderungswellen aus Europa (u. a. Deutsche, Italiener, Polen, Ukrainer, Russen) und hat einen sehr hohen Anteil weißer Bevölkerung. Der Nordosten und Norden haben historisch bedingt einen viel höheren Anteil an indigenen Menschen und Nachkommen afrikanischer Sklaven. Das regionale Vorurteil ist daher untrennbar mit strukturellem Rassismus verknüpft – der Norden wird "unbewusst" mit ethnischen Minderheiten und Armut gleichgesetzt. Ich weiß, wovon ich spreche: Ich habe fünf Jahre in Curitiba / Paraná gelebt (1996 - 2001) und diese Verehrung des Naziregimes mehrfach erlebt. Die ist dort leider immer noch sehr verbreitet. Deshalb wird dort auch dieser faschistoide Familienclan "Bolsonaro" besonders verehrt. Leider gibt es auch in Belém viele Leute, die den Bolsonaro-Familienclan wählen und anhängen und ihn fanatisch verteidigen gegen alle vermeintlichen oder wirklichen Angriffe. Ganze Familien sind auf einmal gespalten, einzelne Familienmitglieder sprechen nicht mehr miteinander. Das ist schwer zu verstehen, da doch gerade diese politische Richtung die brasilianischen Leute im Norden und Nordosten als faul, ungebildet und unterentwickelt diskriminiert. Meinen sie, sie müssten die Leute aus dem Süden imitieren? Dann dikriminieren sie sich damit nur selbst. Der Norden (die Amazonas-Region) wird im Süden oft komplett unsichtbar gemacht oder exotisiert. Menschen von dort werden als "im Dschungel lebend" oder isoliert dargestellt, und ihre reiche Kultur wird im nationalen Diskurs des Südens häufig ignoriert.
Wie alle brasilianischen Metropolen, so hat auch Belém sehr viele und sehr moderne Shopping Center
Belém ist international: Hier ein hervorragendes australianisches Restaurant
Viele sehr schöne öffentliche Parks mit viel Natur mitten in der Stadt. Hier ist einer davon: Mangal das Garças mit seinem Mangrovenwald. Das sind salztolerante Bäume und Sträucher, die an tropischen und subtropischen Küsten sowie in Flussdeltas wachsen. Sie bilden dichte Wälder in der Gezeitenzone, wo sie den täglichen Wechsel von Ebbe und Flut sowie salzigem Brackwasser überstehen.
Complexo do Ver-o-Peso ist der größte und berühmteste Freiluftmarkt Lateinamerikas und eines der wichtigsten kulturellen und wirtschaftlichen Symbole der Amazonas-Region. Der weitläufige Komplex am Ufer blickt auf eine fast 400-jährige Geschichte zurück und verbindet koloniale Architektur mit dem pulsierenden Alltag der Menschen im Bundesstaat Pará. Hier wird eine riesige Vilfalt an Produkten aus dem Amazonasgebiet verkauft.
Die Praça da República ist der zentralste und geschichtsträchtigste öffentliche Platz in Belém. Sie gilt als das kulturelle Herz der Stadt und spiegelt den Glanz der einstigen Kautschuk-Ära (Belle Époque) wider. Inspiriert von der Pariser Architektur entstanden hier prachtvolle Denkmäler, Pavillons und von schattenspendenden Mangobäumen gesäumte Alleen.
Das Theatro da Paz in Belém ist das größte und luxuriöseste Theater der nordbrasilianischen Region und wurde im Juli 2026 offiziell zum UNESCO-Weltkulturerbe ernannt. Das historische Opernhaus liegt direkt an der Praça da República und gilt als eines der bedeutendsten architektonischen Denkmäler Amazoniens. Beide Gebäude – das Theatro da Paz in Belém (eröffnet 1878) und das Teatro Amazonas in Manaus (eröffnet 1896) – sind prächtige Opernhäuser aus der Kautschuk-Ära und gemeinsam als UNESCO-Welterbe anerkannt. Das Theater in Manaus ist weltberühmt für seine markante rot-gelbe Kuppel und die Lage im Dschungel, während das ältere Theater in Belém durch klassizistische Eleganz und italienischen Marmor besticht.
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